Wie sieht der Alltag in einer Pflegeeinrichtung wirklich aus? Jean-Pierre Kuntz-Bütikofer, selbst Angehöriger, hat die Perspektive gewechselt. Er absolvierte ein mehrtägiges Praktikum auf der Demenzabteilung sowie im Tagesheim des Pflegezentrums Baar und teilt seine Erfahrungen. Sein Bericht bestätigt nicht nur, dass Bewohner*innen mit Respekt, Empathie und fachlicher Kompetenz betreut werden, sondern gewährt auch einen tiefen Einblick in die Menschlichkeit und Professionalität des Pflegezentrums Baar.
Der erste Eindruck:
Bereits zu Beginn hinterliess der Aufenthalt einen starken Eindruck. Jean-Pierre bemerkte sofort die besondere Atmosphäre: Hier spürt man Wärme, echte menschliche Wärme.
Das Tagesheim vermittelte eine Atmosphäre der Geborgenheit. Statt eines sterilen Empfangs gab es einen sanften Händedruck zur Begrüssung. Gepaart mit einem freundlichen Lächeln und Geduld entstand sofort ein Klima des Vertrauens.
Die Angebote zur Aktivierung starteten unmittelbar. Die Gäste nahmen an Gymnastik- und Gedächtnisübungen teil. Jean-Pierre beobachtete einen wichtigen Unterschied: Bewegung wurde nicht als Zwang, sondern als spielerische Herausforderung vermittelt.
Die Zusammenarbeit des Betreuungsteams wirkte reibungslos und harmonisch. Dieses Zusammenspiel aus Freude und Sachkenntnis schuf bei den Gästen eine spürbare Sicherheit.
Abwechslung im Alltag:
In den folgenden Tagen zeigten sich die grosse Vielfalt und Kreativität der Betreuungsansätze. Hier wurde ganzheitlich mit allen Sinnen gearbeitet.
Die Musikstunde war ein Höhepunkt. Die Gruppenleiterin bezog die Gäste aktiv mit ein: Gemeinsam wurde mit Ukulele, Xylophon und Akkordeon musiziert. Mit Schlagern aus den 60er- und 70er-Jahren lud man zum Mitsingen ein. Musik diente hier als direkter, emotionaler Zugang. Selbst Übungen zur Lungenkräftigung wurden spielerisch gestaltet. Das Team setzte Windräder und Seifenblasen ein – eine Methode, die Freude mit therapeutischer Wirkung verband.
Jean-Pierre erlebte auch die ruhigen, oft übersehenen Augenblicke. Bei einem Spaziergang im geschützten Garten regte das Personal die Gäste behutsam dazu an, über die Pflanzen zu sprechen.
Die Demenzabteilung:
Besonders beeindruckend war für ihn der Umgang in der Demenzabteilung. Hier herrscht eine Balance aus klaren Abläufen, sanften Ritualen und grosser Empathie. Jean-Pierre erlebte, dass das Fachpersonal die notwendigen Fähigkeiten hat, um auf die oft komplexen Bedürfnisse einzugehen.
«Ob Unterstützung bei den Mahlzeiten, ein beruhigendes Gespräch oder einfach eine helfende Hand – es herrschte stets eine Mischung aus Professionalität und Herzlichkeit.»
Er beobachtete, dass die Kommunikation bewusst eingesetzt wird: Der Tonfall des Personals ist sanft, achtsam und bedacht. Dieses gezielte Sprechen soll helfen, die Emotionen der Gäste aufzufangen und ihnen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.
Fazit von Jean-Pierre als Angehöriger
Das Pflegezentrum Baar bietet nicht nur Betreuung, sondern ist für Menschen im Alter und deren Angehörigen ein angenehmer und einladender Ort. Es geht darum, die Gäste zu sehen, zu aktivieren und ihnen täglich Lichtblicke zu schenken.
Für ihn als Angehörigen lieferte ihm das Praktikum die wichtigste Bestätigung: Sein/ihr Liebste/r wird hier mit grösstem Respekt und Engagement umsorgt.
